Wer mit lebendigen Wesen arbeitet muss akzeptieren, dass diese nie richtig planbar sind, dass man sich immer wieder auf neue Situationen einstellen, umplanen und umorientieren muss. Als unsere vielversprechende Junghündin Greta bei der umfassenden tierärztlichen Eingangsuntersuchung nicht in allen Bereichen die Voraussetzungen erfüllte, um ihre Laufbahn als Blindenführhund anzutreten, war das trotzdem besonders bitter. Eine Interessentin wartet schon sehr lange auf genau eine solche Hündin, und Greta (die im übrigen bei ihrer Patenfamilie bleiben wird, da freut sich wenigstens einer…) hinterlässt eine Lücke, die nicht durch einen anderen unserer Junghunde geschlossen werden kann.

Unerwartete Hilfe kam in dieser Situation von einer „unserer“ Labradorzüchterinnen, die ich auch informiert hatte, dass ich dringend nach einer erwachsenen Labradorhündin für die Ausbildung suche. Und so kam Ena, eigentlich als Nachwuchshündin für die Zucht und die jagdliche Retrieverarbeit aufgezogen, zunächst zur Probe und zum Kennen lernen in die Führhundschule. Mit dem Männerrudel hier hat sie sich unmittelbar bestens arrangiert (so gut, dass sie gleich mal ihren Hormonhaushalt angekurbelt hat und läufig geworden ist…). Sie zeigt sich extrem menschenbezogen und super gehorsam, und sie apportiert natürlich wie ein Weltmeister (inclusive ihrer Futterschüssel nach dem Fressen, gab’s da womöglich immer noch einen Nachschlag?) Und nachdem sie auch sonst richtig angekommen ist und Vertrauen gefasst hat, ist sie jetzt mit Feuereifer dabei, bisherige Defizite in einem „Crashkurs Umwelterfahrung“ aufzuholen. Ena zeigt mir wieder mal, wie wichtig die Arbeit und Frühförderung der Welpen durch unsere Patenfamilien ist. Sie zeigt aber auch, dass ein Hund, der verinnerlicht hat, dass der Mensch toll und die Arbeit mit ihm das größte ist, sich auch im erwachsenen Alter noch leicht mit neuen Situationen auseinandersetzen kann. Und natürlich ist sie wieder mal ein quietschlebendiges Beispiel dafür, was für eine wunderbarer, flexibler Hund ein guter Labrador Retriever ist. Ich bin Nane und Thomas Stärk (Lucky Blighter Retriever) riesig dankbar dafür, dass sie mir Ena anvertraut haben und bin mir völlig klar darüber, dass die Abgabe dieses Hundes für Euch alles andere als leicht ist. Ihr könnt Euch sicher sein, dass ich mein Bestes tun werde, damit Ena ihre Qualitäten voll ausleben kann und mit ihrer zukünftigen Halterin ein erfülltes Leben mit einer tollen Aufgabe bekommen wird.