Betreibt man eine Führhundschule über so viele Jahre, so hat man mit der Zeit ja eine recht große Anzahl von "Stammkunden", die schon den zweiten oder sogar dritten Hund von uns haben. Diese Führhundhalter sind uns außerdem oft sehr ans Herz gewachsen, und wir versuchen natürlich, sie bevorzugt zu behandeln, wenn eine neue Versorgung ansteht. Keiner, der viele Jahre mit Führhund gelaufen ist, ist begeistert, wenn er plötzlich wieder auf den Langstock umsteigen muss und sehr lange auf einen neuen Führhund warten muss. Wir haben deshalb oft schon beim Kauf neuer Welpen bestimmte Führhundhalter im Kopf, und hoffen, dass sich zum richtigen Zeitpunkt dann auch ein passender Kandidat für sie in der Ausbildung befindet. Das haut aber natürlich nicht immer so hin, wie geplant. Manche Hunde erreichen nicht das eigentlich angestrebte Pensionsalter, manche werden krank und müssen früher als gedacht aus dem Dienst genommen werden. In solchen Fällen versuchen wir dann ab und zu, auch erwachsene Hunde zu finden, die sich für diese Person eignen könnten. Ein aufwändiges und schwieriges Unterfangen, denn nicht umsonst haben wir ja unser Junghundetraining, das unsere Welpen bestmöglich auf ihre spätere Aufgabe vorbereiten soll.

Jetzt hat es aber einmal hingehauen und unsere "Pfälzer Zweigstelle" kann nach vierwöchiger Probezeit einen neuen vielversprechenden Ausbildungskandidaten präsentieren. Darf ich vorstellen: Pablo, blonder Labrador, und richtig viel Hund für's Geld...
Der Kerl bringt 38 Kilo auf die Waage, und selbst wenn er noch das eine oder andere davon verlieren wird, ist er ein präsentabler Karenzmann. Er hat sich äußerst angenehm im Umgang gezeigt, oberfreundlich mit Hund und Mensch, arbeitsfreudig und -auch nicht selbstverständlich- er hat die tierärztliche Eignungsuntersuchung mit Bravour bestanden! Es kann also losgehen, und wir hoffen, dass er dann zum Jahresende hin ein würdiger Ersatz für einen wunderbaren Gefährten sein kann.
