Obwohl wir versuchen, unsere neuen Führhundehalter vorab gut kennen zu lernen um einen wirklich passenden Hund für sie auszusuchen, passiert es ab und zu, dass die Zuteilung doch nicht optimal ist. Auch wenn das frustrierend und traurig für alle Beteiligten ist, ist es dann besser, die Einschulung abzubrechen, als ein nicht wirklich harmonisches Gespann alleine zu lassen. So passiert diesen Sommer mit Juna und Bettina, die sich zwar sehr lieb hatten, doch vom Lauftempo und von der Führleistung her einfach nicht richtig zusammen passten.

Umso schöner, wenn sich dann plötzlich ein neuer Mensch auftut, auf den die blonde Labbidame irgendwie gewartet zu haben scheint. Erna, die ihren zweiten Führhund Maloney aufgrund einer Krebserkrankung innerhalb von einer Woche gehen lassen musste, und plötzlich ohne Hund da stand, konnte es kaum fassen, als sie Möglichkeit bekam, sozusagen übergangslos zu einem neuen Führhund zu kommen. Sie kam gleich angereist, Juna zu besuchen, und die große Sympathie auf beiden Seiten war mehr als deutlich. Anfang September konnten wir schon mit der Einschulung beginnen, und diesmal scheint wirklich alles richtig zu sein.

Eine große Erleichterung für die Ausbilderin, die einen glücklichen Hund und einen glücklichen Menschen beobachten kann, und auch sieht, dass der Hund die gelernte Aufgabe diesmal freudig und exakt ausführt. Juna hat ihren Menschen gefunden und ihre Führtätigkeit als Lebensaufgabe angenommen.

Nebenbei bekommt die Schulleitung auch noch einen Auffrischungskurs in reinstem Schwäbisch und lernt ein paar neue Vokabeln: pääb (eng), gilfig (kreischend), Verreckerling (kümmerlicher Salatsetzling), und die italienischen Hörzeichen werden gelegentlich auch etwas modifiziert. Statt „Avanti“ kommt dann: „Alles klar, mei Mädi?“