Ein Führgespann der ganz besonderen Art konnte ich diese Woche in Stuttgart besuchen. Seit Australian Shepherd Griffin 2007 bei Manuela eingeschult wurde, hat sich sein Aufgabenfeld total verändert. 2009 kam Töchterchen Sara auf die Welt, was den Shepherd -nicht immer nur erwünscht- ausser zum Führer auch zum Hüter seiner kleinen Herde werden liess. Im letzten Sommer kam nochmal Nachwuchs im Doppelpack und Manuela und Griffin hatten auf drei Kleinkinder aufzupassen... Dass diese Situation auch rein mobilitätstechnisch eine riesige Herausforderung für die junge blinde Mutter und ïhren Führhund darstellt, kann man sich vorstellen. Manuela bedient sich derzeit eines Bollerwagens, im dem sie die Zwillinge hinter sich herzieht. Auf dem Rückweg vom Kindergarten darf Sara dann manchmal auch noch mit hinein, teilweise läuft sie aber auch nebenher.

Zu beobachten, wie Griffin und Manuela das lange Gefährt (die Hinterräder sind immerhin zweieinhalb Meter hinter Griffin's Nasenspitze) durch den belebten Stuttgarter Westen manoevrieren, hat mich tief beeindruckt. Durch Engstellen und Pfosten, um geparkte Autos und zwischen Mülltonnen hindurch, oder in 'sicherem' Abstand zum Abgrund auf den engen Stuttarter U-Bahnsteigen, das erfordert Millimeterarbeit von Seite des Hundes und viel Vertrauen von Seite seiner Halterin.

Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie sich unsere Führhunde auch lange Zeit nach der Ausbildung noch weiter entwickeln, in ihre Aufgabe hinein- und über sich selbst hinauswachsen können. Auf ihren Griffin kann Manuela jedenfalls wirklich stolz sein. Und ich ziehe den Hut vor ihr, wie sie ihr Leben derzeit meistert!